Darf man im Schrebergarten Geschirr spülen?
Liebst du es auch im Schrebergarten zu kochen oder zu grillen und unter freiem Himmel zu essen? Das ist einfach herrlich! Allerdings stellt sich danach die Frage, was man mit dem schmutzigen Geschirr macht. „Abwaschen“ – werden jetzt einige sagen, aber so einfach ist das nicht. Beim Spülen bleiben zwei Dinge übrig, die nichts im Schrebergarten zu suchen haben: Speisereste und Seifenlauge.
Kein Problem! Man hat ja schließlich ein Becken in der Laube und das Wasser wird nach unten abgeführt – wie zuhause. Nein, leider funktioniert das im Schrebergarten nicht wie zuhause. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Lauben in Schrebergärten nicht an das öffentliche Abwassersystem angeschlossen. Was da nach unten läuft, versickert im Boden und gelangt ins Grundwasser.
ACHTUNG: Hier gibt es keine Rechtsberatung. Es handelt sich um eine persönliche Sicht der Dinge! Und nicht vergessen: Jeder Verein ist anders! Kontaktiere bei konkreten Problemen einen Rechtsbeistand.
Logischerweise sollte das also nur Wasser sein, keine Abfälle, keine Seife! Denn anders als zuhause wird das Wasser nicht in einer Kläranlage gereinigt, bevor es in die Umwelt gelangt. Das Einleiten von Abwasser in das Grundwasser ist eine Ordnungswidrigkeit und kann im Kleingarten sogar zur Kündigung führen. Einige werden jetzt stolz ihre biologisch abbaubaren Spülmittel hochhalten. Doch auch das ist nicht so einfach, wie es aussieht. Auch die dürfen nicht auf den Rasen oder in eine Sickergrube geschüttet werden, da sie das Bodenleben und die Mikroorganismen stören können, bevor sie abgebaut sind. Das Problem ist, dass „biologisch abbaubar“ meistens bedeutet, dass die Stoffe in einer Kläranlage unter optimalen Bedingungen innerhalb von Wochen abgebaut werden können. Im Gartenboden sieht das anders aus.
Ab in die Hecke?
Und was ist, wenn du nur Wasser ohne Seife benutzt und das dann auf den Rasen oder in die Büsche kippst? Da kommen wir zum Problem der Speisereste. Was bleibt nach dem Grillen auf so einem Teller kleben? Fleischreste, Soßen, Fett, Gemüsereste. Das alles zieht auf Dauer Ungeziefer und Ratten an. Kein Pluspunkt für deinen Boden und für die Gartenanlage auch nicht. Auch das ist also verboten.
Die saubere Lösung ist, dass du dein Spülwasser in einem absolut dichten Behälter sammelst. Viele Gärtner und Gärtnerinnen nutzen dafür eine einfache Schüssel im Becken und lehren diese dann in einen verschließbaren Kanister. Den musst du dann mit nach Hause nehmen und dort über die normale Kanalisation entsorgen. Falls dein Verein eine zentrale Abwassersammelstelle oder einen Abfuhrdienst hat, kannst du den Kanister dort entleeren. Es gibt auch fest installierte Abwassertanks an der Laube. Manche Vereine erlauben die aber nur, wenn sie vom Fachbetrieb eingebaut und regelmäßig auf Dichtheit geprüft werden, was oft ziemlich teuer ist.

Ab in den Gulli?
Was ist nun, wenn du das Seifenwasser mit den Speiseresten in einen Gulli am Weg schüttest? Das ist eine sehr naheliegende Idee, die aber leider ein Risiko birgt. In den allermeisten Kleingartenanlagen sind die Gullis oder Abflüsse auf den Wegen nämlich keine Anschlüsse an die normale Kanalisation, wie man sie von der Straße vor dem Haus kennt. Meistens handelt es sich dabei um reine Regenwasserabläufe, die das Wasser entweder direkt in den Boden leiten oder in ein nahe gelegenes Gewässer oder ein Versicherungsbecken. Wenn du dort dein Spülwasser hineinkippst, gelangen die Seife, das Fett und die Speisereste ungefiltert in die Umwelt. Da Grauwasser chemische Stoffe enthält, gilt das rechtlich als illegale Abwasserentsorgung und kann als Umweltstraftat oder zumindest als schwere Ordnungswidrigkeit gewertet werden, was teuer werden kann.
Die beste Lösung
Wichtig ist auch zu wissen, dass du im Garten eigentlich gar nicht groß abwaschen darfst, wenn keine vorschriftsmäßige Entsorgung sichergestellt ist. Wenn du also eine große Grillparty planst, ist es oft entspannter, das schmutzige Geschirr einfach in einer Kiste mit nach Hause zu nehmen und dort in die Spülmaschine zu stecken. So sparst du dir das lästige Schleppen von Wasserkanistern und bist auf der sicheren Seite.


