Wie kauft man einen Schrebergarten und was muss man beachten?

Wie geht man systematisch vor, wenn man sich einen Schrebergarten wünscht? Schauen wir uns zunächst den digitalen Weg an. Zunächst muss man wissen, welche Gartenkolonien es in der Nähe gibt. An dieser Stelle gleich der Hinweis: Die meisten Vereine nehmen nur Leute auf, die in der Stadt oder dem Dorf wohnen – je näher, desto besser! Der Stadt- oder Kreisverband hat oft die bestehenden Anlagen auf seiner Website aufgelistet. Da kann man sich einen guten Überblick verschaffen. Ansonsten kannst du eine Suchmaschine oder die Künstliche Intelligenz nutzen.



Wenn du weißt, welche Kleingartenanlagen infrage kommen, kannst du dich auf den Websites der Vereine informieren oder über Kleinanzeigenportale, Gruppen in den sozialen Medien oder Nachbarschafts-Apps nach freien Gärten in diesem Verein suchen. Die Preise, die da ausgeschrieben sind, kann man allerdings nicht immer für bare Münze nehmen. Dazu erzähle ich im nächsten Artikel etwas.

Wer keine Lust auf PC und Handy hat, kann natürlich auch persönlich vorbeischauen. Es ist schließlich jedem erlaubt, über die Hauptwege zu spazieren. Ab dem Frühling sieht man garantiert Gärtner und Gärtnerinnen, die man höflich ansprechen kann. Bei einem kleinen Schwatz am Gartenzaun erfährt man schnell, ob Gärten frei sind und an wen man sich wenden muss. Vielleicht erfährst du auch, wie so die Stimmung in der Kolonie ist und wie streng die Regeln befolgt werden müssen. Manchmal findet man auch in den Schaukästen der Anlage Informationen zu freien Gärten oder zumindest Kontaktdaten für Interessierte. Ein Telefongespräch bringt einen da schnell weiter.

Man hört ja immer wieder von langen Wartelisten für einen Kleingarten, aber das hängt maßgeblich von deinem Wohnort ab. Es gibt Gegenden, in denen es sogar einen hohen Leerstand gibt. Lass dich also nicht gleich entmutigen. Im schlimmsten Fall landest du auf einer Warteliste und musst deinen Traum vom Schrebergarten ein bisschen aufschieben. Wichtig ist, dass du von Anfang an einen guten Eindruck machst.

Damit ist nicht gemeint, dass du dir eine Krawatte umbindest und dir den Scheitel zurechtrückst. Es geht vielmehr darum, dass du zeigst, dass du weißt, was ein Schrebergarten ist. Wenn du nur davon schwärmst, dass deine Kinder im Garten in den Pool hüpfen und Fußball spielen können und du gerne sonnenbadest, wird der Vorstand sofort skeptisch. In einem Kleingarten geht es darum, Obst und Gemüse anzubauen. Das ist in erster Linie anstrengend und arbeitsintensiv, auch wenn man sich natürlich, wenn es passt, ein paar Stunden in die Hängematte legen kann. Es ist sicher ein Vorteil, wenn du durchblicken lässt, dass dir das klar ist. Die Aussage „Ich habe mir schon immer einen Garten gewünscht, weil ich die Natur liebe“, mag zwar ehrlich sein, ist aber eher kein Argument.


ACHTUNG: Hier gibt es keine Rechtsberatung. Es handelt sich um eine persönliche Sicht der Dinge! Und nicht vergessen: Jeder Verein ist anders! Kontaktiere bei konkreten Problemen einen Rechtsbeistand.


Außerdem wird man durch den Kleingarten Teil eines Vereins. Es kann daher nicht schaden, wenn du erwähnst, welchen Beitrag du zum Vereinsleben leisten kannst und willst. Vielleicht kennst du dich gut mit Finanzen, Buchhaltung oder Elektrik aus. Vielleicht organisierst du gerne Veranstaltungen oder kannst eine Website pflegen. Wer direkt signalisiert, dass er nichts mit anderen zu tun haben will und seine Ruhe genießen möchte, wird es schwerer haben. Dir muss auch klar sein, dass ein Schrebergarten Geld kostet, wenn man ihn ordentlich bewirtschaften und pflegen will.


Eine interessante Sache zum Vertrag will ich dir noch mit auf den Weg geben. Viele Vereine handhaben es so, dass der Pachtvertrag nur von einer Person unterschrieben werden kann. Sie wollen sich dadurch Ärger bei Trennungen von Paaren oder Gemeinschaften vom Hals halten. Falls du also einen Partner oder eine Partnerin beim Bewirtschaften hast, überlegt euch, wer den Garten offiziell kaufen beziehungsweise pachten wird.