Wie groß darf die Laube im Schrebergarten sein?

Wer einen Schrebergarten übernimmt, der kann schnell auf die Idee kommen, die alte Laube abzureißen und sich ein schönes, neues Exemplar hinzustellen. Da fängt es schon an, denn das Vorhaben muss meist erst vom Vorstand schriftlich genehmigt werden. In anderen Fällen ist der Abriss der alten Laube sogar Pflicht. Aber lassen wir das alles mal außer Acht und konzentrieren uns nur auf den Neubau.



Die magische Zahl ist hier die 24, denn laut dem Bundeskleingartengesetz darf die Grundfläche deiner Laube inklusive eines überdachten Freisitzes maximal 24 Quadratmeter betragen. Das ist ein Punkt, an dem viele stolpern, weil sie glauben, dass die Terrasse extra zählt, aber sobald ein festes Dach darüber ist, wird die Fläche zur Laube dazugerechnet. Wenn du also eine gemütliche Veranda von sechs Quadratmetern haben willst, darf dein eigentliches Häuschen nur noch 18 Quadratmeter groß sein. Was hingegen meistens nicht mitzählt, ist eine einfache gepflasterte Fläche oder eine Holzterrasse, die komplett unter freiem Himmel liegt.


ACHTUNG: Hier gibt es keine Rechtsberatung. Es handelt sich um eine persönliche Sicht der Dinge! Und nicht vergessen: Jeder Verein ist anders! Kontaktiere bei konkreten Problemen einen Rechtsbeistand.


Manche Schlaumeier kommen auf die Idee, einfach in die Höhe zu bauen, wenn nur wenig Grundfläche erlaubt ist. Tja, geht leider auch nicht! Meistens ist nur eine Wandhöhe von etwa 2 Meter 50 und eine Firsthöhe von maximal 4 Metern erlauben. Da bekommt man beim besten Willen keine zwei Etagen unter. Was in vielen Vereinen jedoch geduldet wird, ist ein sehr niedriger Schlafboden oder eine kleine Galerie unter dem Dachspitz, die man über eine Leiter erreicht. Das zählt dann rechtlich meist nicht als zweites Stockwerk, solange man dort nicht aufrecht stehen kann und die Gesamthöhe der Laube nicht überschritten wird.

Es ist also wesentlich klüger, die 24 Quadratmeter auf einer Ebene so geschickt wie möglich zu nutzen, statt sich auf einen Höhenflug einzulassen, der mit einer Bruchlandung endet. So weit, so einfach! Es liegt also nahe, den Grundriss zu planen und in den Baumarkt zu marschieren, um das Material zu besorgen. Du wirst es schon ahnen – so einfach ist es nicht!

Die Vorgaben für eine Laube im Schrebergarten sind oft erstaunlich detailliert und hängen stark davon ab, was in der jeweiligen Gartenordnung deines Vereins steht. Das Bundeskleingartengesetz gibt zwar den groben Rahmen vor, aber die Feinheiten regelt der Verein oder der Stadtverband. Ein ganz zentraler Begriff ist dabei die „einfache Ausführung“, was im Grunde bedeutet, dass die Laube nicht wie ein kleines Wohnhaus wirken darf. Manchmal ist vorgeschrieben, dass die Hütte aus Holz gebaut sein muss, während massive Steinbauten nicht genehmigt werden. Oft gibt es sogar Vorschriften zur Dachform, sodass zum Beispiel nur Satteldächer oder Pultdächer erlaubt sind, damit das Gesamtbild der Anlage harmonisch bleibt. Sogar die Farbe kann ein Thema sein. Manche Vereine sehen knallige Farben gar nicht gern und bevorzugen Naturtöne.

Bevor du also ein Fundament gießt oder einen Bausatz kaufst, musst du dem Vorstand eine Bauzeichnung oder eine Beschreibung vorlegen und dir das Ganze schriftlich absegnen lassen. Wenn du einfach drauflos baust und die Laube am Ende nicht zu den Vorschriften oder ins Bild passt, kann der Verein tatsächlich den Rückbau verlangen, was natürlich extrem ärgerlich und teuer wäre.

Der Grundgedanke dahinter ist oft die soziale Gleichheit, damit niemand durch eine besonders luxuriöse oder auffällige Laube heraussticht und der Charakter des einfachen Gartens gewahrt bleibt. Wenn du also eine eigene Idee hast, die etwas aus der Reihe tanzt, wirst du sie vermutlich sehr detailliert begründen müssen und läufst Gefahr, dass sie abgelehnt wird, wenn sie nicht ins Gesamtbild passt. Damit ist übrigens auch mein Traum vom kleinen Hexenhäuschen im Garten gestorben. Es lohnt sich also wirklich, mal einen Spaziergang durch die Anlage zu machen und zu schauen, ob dort die Häuschen denselben Stil haben, denn das ist meistens ein deutliches Zeichen dafür, wie streng die Regeln dort ausgelegt werden.