5 verbotene Upcycling-Ideen im Schrebergarten

Stell dir vor, du stöberst entspannt bei Pinterest oder Instagram und entdeckst diese richtig schicken Upcycling-Ideen, die aus alten Sachen für wenig Geld tolle Hingucker im Garten machen. Man bekommt sofort Lust, zum Pinsel zu greifen und loszulegen. Aber im Schrebergarten kann genau diese Kreativität leider schnell zum handfesten Krach mit dem Vorstand führen. Ich möchte dir heute von sechs Dingen erzählen, die in vielen Vereinen nicht gern gesehen werden. Allerdings muss ich sagen: Was in dem einen Garten als Kunst gilt, kann im nächsten schon ein Grund für eine Abmahnung sein. Jeder Verein ist anders!



Ein Beispiel sind die alten Badewannen, die gerne als Pflanzgefäße genutzt werden. Viele Vorstände legen Wert auf ein naturnahes Gesamtbild und empfinden eine solche Wanne schlicht als Sperrmüll. Der Verein fürchtet Ärger mit dem Abfallrecht der Stadt. Hinzu kommen ökologische Bedenken, da Beschichtungen abblättern und in den Boden gelangen können.

Ganz oben auf der roten Liste stehen auch bemalte Autoreifen. Sie sehen zwar bunt und lustig aus, sind aber chemisch gesehen eine echte Bombe für den Boden. Reifen enthalten Weichmacher und Schwermetalle, die durch Sonneneinstrahlung und Regen mit der Zeit freigesetzt werden. Altreifen unterliegen außerdem einer Überwachungspflicht bei der Entsorgung. Wer sie im Garten vergräbt oder aufstellt, begeht streng genommen eine Ordnungswidrigkeit, da Reifen aufgrund ihrer Inhaltsstoffe als umweltgefährdend eingestuft werden. Für den Vorstand ist das also kein schönes Beet, sondern die zweckentfremdete Lagerung von Müll.


ACHTUNG: Hier gibt es keine Rechtsberatung. Es handelt sich um eine persönliche Sicht der Dinge! Und nicht vergessen: Jeder Verein ist anders! Kontaktiere bei konkreten Problemen einen Rechtsbeistand.


Ein klassischer Fehler sind auch Küchenmöbel aus Spanplatten, die als Pflanztische genutzt werden. Diese Möbel sind für den Innenbereich gemacht und vertragen das feuchte Klima im Freien überhaupt nicht. Die Platten saugen sich wie ein Schwamm voll, quellen unschön auf und fangen an zu schimmeln. Das sieht nicht nur nach Verwahrlosung aus, sondern es werden auch chemische Bestandteile freigesetzt, die beim Zerfall direkt in den Boden gespült werden. Die meisten Satzungen erlauben nur wetterbeständige Materialien im Schrebergarten.

Besonders kritisch sind Polstermöbel wie alte Sofas oder Sessel. Sie wirken zwar gemütlich, sind aber im Grunde ein Fünf-Sterne-Hotel für Ungeziefer. Mäuse und Ratten lieben den Schaumstoff für den Nestbau. Da eine Rattenplage der Albtraum jedes Vereins ist, wird der Vorstand hier sofort hellhörig. Die Polster trocknen im Freien nie richtig durch und verrotten vor sich hin, wodurch sich ungesunde Schimmelsporen bilden. Ein durchgeweichtes Sofa auf der Terrasse vermittelt sofort den Eindruck von Sperrmülllagerung. Es ist oft nicht zulässig, Gegenstände, die nicht für den Außenbereich bestimmt sind, draußen aufzustellen.

Auch die beliebten Waschmaschinentrommeln als Feuerschalen sind ein heißes Eisen. Zwar sorgen die vielen Löcher für ein tolles Feuer, aber sie lassen auch Funken unkontrolliert in alle Richtungen fliegen. Bei den eng beieinanderstehenden Holzlauben ist das ein echtes Brandschutzrisiko. Die meisten Lauben sind gegen Feuer versichert, die Versicherungen zahlen aber oft nicht, wenn ein Brand durch eine „nicht zertifizierte“ Feuerstelle verursacht wurde. Also sind diese Bastel-Feuerstellen meistens verboten. Auch bei Plastikflaschen, die als Beet-Umrandung oder vertikaler Garten dienen sollen, zeigt der Vorstand meist keine Gnade. Das Plastik wird in der Sonne spröde, gibt Stoffe wie Weichmacher ab und sieht nach einer Saison meistens nur noch schmutzig und unordentlich aus. Wenn du also Frieden mit deinen Gartennachbarn und dem Vorstand willst, ist es meistens klüger, auf Naturmaterialien wie Holz oder Stein zu setzen. Das spart dir eine Menge Frust und die Arbeit, die ganzen Projekte nach der nächsten Begehung wieder mühsam entsorgen zu müssen.